Blog | Alpen dürfen nicht zum Spielball werden

Alpen dürfen nicht zum Spielball werden

Alpen dürfen nicht zum Spielball werden
Gastautor | Leo Jeker 14. Januar 2021

Leo Jeker über einen zukunftstauglichen Tourismus

Im Oktober 2018 ist der Verein Vitalpin gegründet worden. Vitalpin vereint Menschen und Unternehmen in den Alpen, die von und mit dem Tourismus leben. Es ist eine grenzüberschreitende Tourismusorganisation. Sie will Gegensteuer geben, weil polarisierende Machtkämpfe zwischen Schutz- und Entwicklungsinteressen Gräben in die Gesellschaft reissen, die nachteilig für das Leben und Wirtschaften in den Alpen sind.

Stillstand ist keine Lösung. So ist es wichtig, sich für einen zukunftstauglichen Tourismus in den Alpen einzusetzen. Mehr Qualität als Quantität. Mehr Umwelt- und Klimaschutz. Ein besseres Miteinander. Und mehr Bewusstsein dafür, welche Bedeutung der Tourismus in den Alpen hat. Der Tourismus ist für die Bevölkerung des Alpenraumes von immenser existenzieller Bedeutung.

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Vitalpin ist aktiv geworden in Österreich, im Südtirol, im deutschen Alpengebiet und in der Schweiz.

Vitalpin vereint insgesamt über 100 Mitgliedsorganisationen aus den deutschsprachigen Alpenländern mit einer Reichweite von einer Million Menschen und Betrieben, um für seine Idee zu begeistern und erste inhaltliche Akzente zu setzen. Also mit Blick voraus. Die Hauptthemen des Vereins sind: Partner im Klimaschutz, Tourismus mit Zukunft, Wissensbibliothek und Bewusstseinsbildung über die Bedeutung des Tourismus im Alpenraum.

Ein Totalausfall von einem Winter würde allein bei den Logiernächten einen Umsatzausfall von gegen 16 Milliarden Euro bedeuten. Dazu kommen Umsatzverluste und gefährdete Existenzen in vor- und nachgelagerten Dienstleistungsund Lieferbetrieben wie Bergbahnen, Gastrobetrieben, Skischulen und viele Branchen in Handel und Gewerbe.

Leo Jeker

Leo Jeker

«Der Bergtourismus ist ein entscheidender Katalysator für das gesamte alpine Wirtschaftsvolumen mit breit vernetzten Existenzketten.»

Im Alpenraum bewegen sich bei Normalität 48 Millionen Skitouristen. Der Tourismus hat eine enorme regionalwirtschaftliche Breitenwirkung. Und es gibt keine Alternative zum Winter- und Sommertourismus im Alpenraum.

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Die Alpen müssen gleichrangig als Lebens-, Wirtschafts- und Naturraum betrachtet werden.

 

Der alpine Lebensraum mit Tourismus und Berglandwirtschaft darf also niemals zum noch grösseren politischen Spielball werden, als er es heute schon ist. Dies weder beim alltäglichen Politgeschehen noch beim Abwägen der Vor- und Nachteile bezüglich der Corona-Pandemie.

Auch wenn vieles – wie zum Beispiel Après-Ski – nicht wie bisher gewohnt stattfinden wird, die Vorfreude auf Winterferien und somit auch puren Wintersport ist bei vielen Gästen ungebrochen.

Skifahren ist in den meisten alpinen Regionen der Alpen-Nationalsport schlechthin und Kulturgut – und die Bewegung im Schnee hat vielfach bewiesene positive Effekte auf unser Immunsystem, also unsere Gesundheit. Aber es braucht Flexibilität, Improvisationstalent, Schutzkonzepte, Zuversicht, Zusammenhalt, gesunden Menschen- verstand und Verhältnismässigkeit. Mit einem pandemiebedingten Rückgang von Einnahmen im Tourismus kommt der Wirtschaftskreislauf ganzer Gebirgstäler ins Stocken. Dieser Kreislauf hat schlussendlich auch Auswirkungen weit über den alpinen Raum hinaus.

Vitalpin