Podiumsdiskussion zum Sommertourismus: moderiert von VITALPIN-Geschäftsführer Manuel Lutz
Radsport auf der Überholspur
Sommerfrische in den Alpen
Beim Stichwort erfolgreicher Ganzjahrestourismus wird oft Südtirol als Vorbild genannt. Für Raffael Mooswalder, Direktor des Hoteliers- und Gastwirteverband (HGV), ist klar: „Südtirol punktet mit einer langen Sommersaison, die von Mai bis Oktober reicht. Sonne, angenehme Temperaturen und unsere landschaftliche Vielfalt machen die Region zum idealen Ziel für Outdoor-Aktivitäten, Erholung und Genuss.“
Diese Faktoren ziehen natürlich viele Urlauber in die Region. Das wirkt sich auf die Tourismusgesinnung aus. Vereinzelt gibt es anonyme Protestaktionen, die einen permanenten Übertourismus suggerieren wollen. Auch die Touristiker sind über die Entwicklung, vor allem in Bezug auf Tagestouristen, die auf Selfie-Jagd gehen, nicht erfreut. Es wird daher an Maßnahmen gearbeitet, wie Mooswalder betont: „Erste gute Erfahrungen mit Besucherlenkung wurde am Beispiel des Pragser Wildsees gemacht. Gearbeitet wird auch an einer Verkehrslösungen für die Dolomitenpässe. Ebenso einen Beitrag leistet der Südtirol Guest Pass. Damit soll der Individualverkehr auf den ÖPNV verlagert werden.” Wichtige Schritte setzt Südtirol auch im Bereich der Nachhaltigkeit: „Mit dem Nachhaltigkeitslabel Südtirol, das auf internationalen GSTC-Standards basiert, treiben wir die nachhaltige Ausrichtung unserer Betriebe und Regionen aktiv voran. Bereits rund 200 Betriebe und acht Regionen sind zertifiziert“, sagt Mooswalder.
Vom Sommer auf den Winter
Ein ganz anderes Bild in Bad Hindelang im Allgäu. Die Gemeinde hat 5.200 Einwohner und jährlich rund 1 Mio. Übernachtungen. Der Tourismus ist der Hauptwirtschaftszweig. Der Sommer macht dort schon 60 Prozent der Wertschöpfung aus. Da es auch kritische Stimmen gegen den Tourismus gab, entschied die Gemeinde 2018 in das Lebensraumkonzept „Unser Bad Hindelang 2030“ eine Tourismusstrategie zu integrieren. Die Reduzierung des Individualverkehrs, saisonverlängernde Maßnahmen und Besucherlenkung spielen dabei eine wichtige Rolle. „Ein reines Tourismuskonzept hätte keine Akzeptanz in der Bevölkerung gefunden. So wurde das Tourismuskonzept in das Lebensraumkonzept ,Unser Bad Hindelang 2030´ integriert – und nicht umgekehrt“, betont Tourismusdirektor Maximilian Hillmeier.
Impressionen der Veranstaltung
Newsletter
Abonnieren Sie unseren Newsletter, um mehr über unsere Arbeit zu erfahren.
Jetzt anmelden