Blog | Be Ambitious: Wie der BEAM Summit Lust auf Wandel macht

Be Ambitious: Wie der BEAM Summit Lust auf Wandel macht

Be Ambitious: Wie der BEAM Summit Lust auf Wandel macht
Katja Jast 19. Mai 2025

Mit dem Satz „Tourismus, Hospitality und das Gastgebertum feiern“ werde ich am ersten Tag des BEAM Summit in Bozen begrüßt. Und sofort spüre ich: Diese Veranstaltung will mehr sein als nur ein Branchentreffen. Hier geht es nicht nur ums Reden, sondern ums gemeinsame Nachdenken, Arbeiten, Neudenken. Um Begegnung. 

BEAM – das bedeutet: Menschen inspirieren, Menschen näher zusammenzubringen. Die dritte Ausgabe des Summits, organisiert von der Messe Bozen, stellt das Thema Kollaboration ins Zentrum. Ein Thema, das nicht nur in der Hospitality, sondern in vielen Lebensbereichen zur Schlüsselfrage geworden ist. Wie arbeiten wir zusammen – mit Kolleg:innen, mit Gästen, mit der Natur? 

Gleich zu Beginn wird klar: Die Veranstalter:innen meinen es ernst. Präsidentin Greti Ladurner und ihr Kollege Thomas Mur laden in ihren Eröffnungsworten dazu ein, nicht nur über Nachhaltigkeit zu sprechen, sondern sich einem "ehrlichen Umgang mit sich selbst, unseren Mitmenschen und der Umwelt zu verpflichten". So wird Kollaboration fast zu einem moralischen Kompass – und zum Leitmotiv der kommenden zwei Tage. 

Präsidentin Greti Ladurner & Messedirektor Thomas Mur; ©Armin Huber
Präsidentin Greti Ladurner & Messedirektor Thomas Mur; ©Armin Huber

Was mir besonders in Erinnerung bleiben wird: die Keynote von Stephan Grabmayr, Gründer der Agentur Impact Design. Er schafft es, die Energie im Raum zum knistern zu bringen. Titel: „The Power of Collaboration: Warum gute Zusammenarbeit über unsere Zukunft entscheidet.“ Es geht um unsere eigene Haltung, um Selbstwirksamkeit, um das Zusammenspiel von Passion, Purpose und Ambition. Nur wenn diese drei Dimensionen zusammenkommen, können wir tatsächlich etwas verändern. Und genau das braucht es jetzt – mehr denn je.

Wenn Kollaboration die Antwort ist – was ist dann die Frage?

Wenn Kollaboration die Antwort ist – was ist dann die Frage?

-Stefan Grabmayr, Gründer der Agentur Impact Design;  ©Armin Huber

Nachmittags im Workshop-Fieber: Von Duralog bis Zukunftssimulation

Nach einem inspirierenden Vormittag ging es am Nachmittag in die Praxis: In verschiedenen Workshops konnten wir tiefer in bestimmte Themen eintauchen – jeder nach Interesse und Neugier. Ich entscheide mich für „Brave New Relations – More than good intentions“ – und tauche ein in die Kommunikationsmethode Duralog. Dabei geht es um Raum für echte Gespräche, ums wertfreie Zuhören, um Resonanz. Ein Gespräch, das nicht überzeugen will, sondern verstehen möchte. In unserer Branche, in der Menschen im Mittelpunkt stehen, ein oft unterschätztes, aber immens kraftvolles Tool. 

Die anderen Workshops zeigen ebenfalls, wie viele Hebel wir in der Hand haben und werden unter anderem von der IDM und dem HGV geleitet und boten spannende Inhalte:  

  • In „The Power of Food“ geht es um Essen als Klima- und Kulturfaktor. 

  • In „Brave New Space“ um Räume, die Kollaboration fördern. 

  • Und in „Brave New Paths“ um neue Wertschöpfungsmodelle für eine Gesellschaft im Wandel. 

 

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Abends auf Schloss Freudenstein:

Genuss, Austausch und neue Entdeckungen

Der Tag fand seinen krönenden Abschluss mit einer stilvoll organisierten Abendveranstaltung auf Schloss Freudenstein. Schon die Ankunft war beeindruckend: Das historische Gemäuer, die warme Abendsonne und der atemberaubende Blick über die Stadt – ein echter Wow-Moment. 

In entspannter Atmosphäre konnten wir nicht nur ein wirklich köstliches Essen genießen, sondern auch spannende Gespräche führen. Besonders schön: Einige der lokalen Teilnehmer*innen des BEAM Summit nutzten die Gelegenheit, um ihre Produkte und Projekte vorzustellen – ganz ungezwungen und mit viel Herzblut. 

Tag 2: Die Relevanz der Branche verstehen – und zeigen

Frisch gestärkt starten wir in den zweiten Tag – und erleben gleich wieder starke Impulse. Michael Otremba, CEO von Hamburg Tourismus, spricht über die Zukunft touristischer Kennzahlen. „Wann hören wir auf, nur Gäste zu zählen – und beginnen, unsere eigene Relevanz wirklich zu verstehen?“, fragt er. Ein Appell, den man im Raum fast greifen kann. 

Otremba kritisiert, dass wir & die Politik uns zu sehr auf Übernachtungszahlen fixieren – und dadurch wertvolle Potenziale übersehen: Tagesgäste, Menschen, die bei Freunden übernachten, oder der positive Einfluss des Reisens auf die mentale Gesundheit. Er fordert qualitative Kennzahlen und eine einheitliche Stimme der Branche – besonders gegenüber der Politik. In vielen Gesichtern: zustimmendes Nicken. Die Herausforderungen einer stark fragmentierten Branche kennt man auch in Südtirol und Österreich. 

©Armin Huber
©Armin Huber
©Armin Huber
©Armin Huber
©Armin Huber
©Armin Huber
©Armin Huber
©Armin Huber
©Armin Huber
©Armin Huber
©Armin Huber
©Armin Huber
©Armin Huber
©Armin Huber

Ein weiteres Highlight: Das Deep Dive Panel „The Power of Food“

Ein echtes Highlight des BEAM Summit war das Deep Dive Panel „The Power of Food“. Hier wurde schnell klar: Essen ist weit mehr als nur Nahrungsaufnahme – es ist ein zentrales Urlaubserlebnis. Professorin Roberta Garibaldi erklärt, dass direkt nach der Natur das gastronomische Angebot für Gäste an zweiter Stelle steht, wenn es um Reisebedürfnisse geht. Besonders eindrucksvoll war die Erkenntnis, dass jeder Euro, der in hochwertige Kulinarik investiert wird, den siebenfachen Nutzen zurückbringt. Qualität zahlt sich also aus – wirtschaftlich, kulturell und emotional.

 

Philip Ibrahim; ©Armin Huber
Philip Ibrahim; ©Armin Huber

Noch spannender: Menschen wollen wissen, wo ihr Essen herkommt. Sie interessieren sich für Herkunft, Geschichten und Zubereitung – und sie wollen regionale Küche wirklich erleben. Das eröffnet große Chancen für Gastgeber*innen, die ihre kulinarischen Angebote mit Authentizität und Wertschätzung gestalten. Ein inspirierendes Beispiel dafür ist das Blyb am Tegernsee. Gründer Florian Zibert hat dort einen Ort geschaffen, der weit über ein klassisches Restaurant hinausgeht. Im Blyb wird Kulinarik zum verbindenden Erlebnis, getragen von zahlreichen Social Impact Projekten und einer klaren Vision: Essen als Ausdruck von Gemeinschaft, Nachhaltigkeit und gelebter Regionalität. Hier spürt man, wie durch gutes Essen echte Orte der Begegnung und Wertschätzung entstehen können. 

Mein Fazit

Zwei Tage voller Impulse, Begegnungen und ehrlicher Auseinandersetzung mit großen Fragen – und einer spürbaren Überzeugung: Es braucht neue Formen des Miteinanders. Die großen Herausforderungen der Branche – Klimakrise, soziale Verantwortung, Wertewandel – lassen sich nur gemeinsam bewältigen. 

Was den BEAM Summit so besonders gemacht hat, war die geballte Präsenz von Gamechangern der Hospitality-Branche. Menschen, die mit kreativen Ideen, Mut und Innovationsgeist daran arbeiten, neue Räume und Formate zu schaffen – sei es durch neue Formen der Zusammenarbeit, durch soziale Projekte oder zukunftsweisende Kulinarik. 

Die Messe bot nicht nur jede Menge inhaltlichen Tiefgang, sondern auch viel Raum für echte Netzwerkerlebnisse. In lockerer, inspirierender Atmosphäre entstanden Gespräche, Ideen und Verbindungen, die bleiben. Und nicht zu vergessen: die kulinarischen Neuheiten – überraschend, nachhaltig, hochwertig – ein Genuss für alle Sinne. 

Ich nehme viele Denkanstöße mit – und vor allem das Gefühl, dass Wandel möglich ist. Wenn wir ihn gemeinsam gestalten. 

Der BEAM Summit hat gezeigt: Wenn Kollaboration die Antwort ist, dann könnte die Frage lauten:  „Wie schaffen wir es, dem Tourismus eine Zukunft zu geben, die allen dient?"

über die Autorin

über die Autorin

Katja Jast hat ihre Leidenschaft für die Alpen zu ihrem Beruf gemacht und ist seit 2024 Teil von VITALPIN. In ihrer Rolle unterstützt sie die Umsetzung von Projekten, die nachhaltigen Tourismus im Alpenraum fördern. Auf dem VITALPIN-Blog schreibt sie über aktuelle Themen und Trends, die die Branche bewegen, und lädt zum Dialog über die Zukunft des alpinen Tourismus ein.

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