Darf man eigentlich noch guten Gewissens Skifahren?
Dominik Prantl
Überhaupt wäre auch die Skiwelt besser mit weniger Autos dran. Denn das Gros der Besuche in den öffentlich oft kompliziert erreichbaren Skigebieten wird mit dem eigenen PKW absolviert. Das zieht nicht nur Blechkolonnen nach sich. Auch entfällt gemäß verschiedenen Studien bei einem Skiurlaub je nach Aufenthaltsdauer mindestens die Hälfte der entstehenden Emissionen auf die An- und Abreise, etwa ein Drittel auf die Unterkunft, aber nur rund ein Fünftel auf die Seilbahnen.
Die An-und Abreise ist bei anderen alpinen Urlaubsformen wie dem durchaus zurecht als ökologisch propagierten Wandern und Langlaufen – und erst recht beim Skitourengehen, über dessen Nachhaltigkeit sich trefflich diskutieren lässt – allerdings ebenso nötig. Jeder Bergtourist, der über den Pistenfahrer die Nase rümpft, müsste vorweg hinterfragen, wie er selbst in die hintersten Ecken der Alpentäler reist. Und welchen Skiabdruck er wo in der Landschaft hinterlässt. Wobei der Alpenurlaub für Mitteleuropäer generell zu den umweltschonenderen Tourismusformen zählt.
Was können Skigebietsbetreiber tun?
Allerdings können die Skigebietsbetreiber im Speziellen wie auch die Touristiker im Allgemein durchaus etwas tun. Man kann, nein: man muss sich fragen, ob die Saison wie zum Trotz wirklich mit eingelagertem Altschnee in den Oktober hinein erweitert werden muss. Ob man sich von hoch umstrittenen Seilbahn-Projekten in ökologischen sensiblen Räumen nicht schon in der Planungsphase verabschieden sollte. Ob mit den weiter steigenden Preisen und den in der Zukunft zu erwartenden sinkenden Skifahrerzahlen nicht nur der Pro-Kopf-Verbrauch an Wasser, Energie und Fläche sukzessive steigt, sondern ganz nebenbei auch die gesellschaftliche Akzeptanz für das Skifahren erodiert, wenn sich ein immer kleiner werdender Kreis den einstigen Breitensport noch leisten kann. Insofern wäre es schon im Eigeninteresse der Wintersportindustrie und ihrer manchmal sehr konservativen Vertreter, den Skisport so umwelt- und sozialverträglich wie möglich zu gestalten. Dazu zählt beispielsweise auch, mehr Anreize für eine umweltschonendere, autofreie Anreise zu schaffen, die Energieeffizienz der Anlagen weiter voranzutreiben oder sich mittelfristig für weitere Jahreswechsel mit T-Shirt-Temperaturen zu wappnen.
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