Blog | Die größte Herausforderung im Tourismus: gemeinsam handeln und kommunizieren!

Die größte Herausforderung im Tourismus: gemeinsam handeln und kommunizieren!

Die größte Herausforderung im Tourismus:   gemeinsam handeln und kommunizieren!
Vitalpin 12. Februar 2025

VITALPIN versteht sich als Redaktionsservice und Kommunikationsmanufaktur und schafft bei kontroversen Themen Klarheit mit Daten, widerlegt mit Fakten falsche Informationen und stärkt das Bewusstsein für die Notwendigkeit des Tourismus in den Alpen. Obmann Elmar Pichler Rolle und Geschäftsführer Manuel Lutz im Gespräch über Herausforderungen, Chancen und Ideen für die Zukunft. 

Obmann Elmar Pichler Rolle (links) & Geschäftsführer Manuel Lutz (rechts)
Obmann Elmar Pichler Rolle (links) & Geschäftsführer Manuel Lutz (rechts)

Vor allem medial müssen die Touristiker im Alpenraum viel Kritik einstecken. Was sind Ihrer Meinung die Herausforderungen, um das Ruder herumzureißen? 

EPR: Die Berichterstattung über zu viel an Tourismus oder über den Klimawandel oder über scheinbar hohe Preise lässt die Wogen in nahezu allen Alpenregionen hochgehen. Reißerische Aufmachungen in den Medien befeuern das Ganze, für positive Aspekte bleibt oft wenig oder gar kein Platz. Objektive Kommunikation und faktenbasierte Aufklärung sind für VITALPIN deshalb zentrale Herausforderungen, denn sonst ist kein vernünftiger Dialog möglich. 

 

Als Sprachrohr zu fungieren ist auch eine zentrale Säule der Arbeit von VITALPIN, wie genau agiert der Verein? 

ML: Ja, wir sind ein Sprachrohr, informieren die Menschen im Alpenraum und forcieren einen ausgewogenen, sachlichen Dialog. Wir vereinen verschiedenste Unternehmen und Menschen, die von und mit dem Tourismus im Alpenraum leben. Die Erfahrung zeigt, dass man gemeinsam viel umsetzen kann. Nur eine starke Stimme für alle Stakeholder kann auch etwas bewegen. Dank unserer Maßnahmen wird die Identifikation mit dem Tourismus im Alpenraum gefördert. Neben der Bevölkerung richten sich unsere Beiträge auch an die Medien, denen wir als grenzüberschreitende Servicestelle dienen. 

 

Vor allem der länderübergreifende Austausch ist in Ihren Augen äußerst wichtig, funktioniert dieser gut? 

EPR: Die Konstellation von VITALPIN ist einzigartig. Unser Vorstand setzt sich aus Mitgliedern unterschiedlicher Regionen und Branchen zusammen. Allein dadurch entsteht ein sehr großer Wissenstransfer und es werden gute Ideen für einen zukunftsfähigen Tourismus entwickelt. Umgekehrt sehen wir, dass es ohne kontinuierlichen Austausch unter Branchen und Regionen gar nicht gut läuft. VITALPIN ist also eine Content- und Kommunikationsmanufaktur für seine Mitglieder in Tirol, Salzburg und Vorarlberg, in Südtirol, Bayern und Graubünden und darüber hinaus. Ein Service, der geschätzt wird und von dem alle profitieren. Die Herausforderungen sind zumeist die gleichen. Man muss das Rad nicht immer neu erfinden, Lösungen und Ideen aus anderen Ecken im Alpenraum funktionieren oft gut. Zusammenarbeit bringt uns voran. 

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Stichwort Wissen: Wie war der Relaunch Eurer digitalen Wissensbibliothek?

ML: Das ist eine Erfolgsgeschichte! Die Einführung des Chatbots hat für sehr starkes Interesse gesorgt und unsere Erwartungen bei weitem übertroffen. Wir bekommen laufend Anfragen zu „VitalpInsights“ und verzeichnen auf unserer Plattform sehr viele Zugriffe. Unsere Mitglieder schätzen die Tatsache, dass der Chatbot auf rund 600 vom VITALPIN-Team geprüfte tourismusbezogene Studien zurückgreift. Die gesammelten und dank Künstlicher Intelligenz abrufbaren Informationen können für interne Überlegungen, Präsentationen oder auch für Diskussionen oder Interviews verwendet werden. Mit zusätzlichen Veranstaltungen rundet VITALPIN das Angebot an Wissensvermittlung ab. Natürlich kommt hier ein wichtiger Aspekt hinzu, nämlich netzwerken innerhalb der Branche.

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Wagen wir einen Blick in die Zukunft: Glaubt Ihr, dass hierzulande die Zahl der Skifahrer abnimmt?

ML: Wenn wir nichts machen, habe ich diese Befürchtung. Man hört immer öfter, dass auch weniger einheimische Kinder Skifahren lernen. Das bringt in Zukunft einen Rückgang. Wenn schon im Alpenraum immer weniger jungen Menschen Skifahren lernen, wer soll es denn dann noch beherrschen? Hier müssen wir ansetzen. Kinder müssen aktiv zum Wintersport bewegt werden. Es gibt zahlreiche tolle Initiativen, die einen niederschwelligen Zugang ermöglichen. Die Sportart bleibt dadurch auch für Familien leistbar, angefangen von günstigen Tickets, dem Zugang zu Leihausrüstung und Kursangebote im Rahmen von Schulskiaktionen. Dies muss jedoch gut vermittelt werden. Gleich wie die Tatsache, dass eine Skiwoche vor der Haustüre nachhaltiger ist, als eine Projektwoche, für die eine weite Anreise notwendig wäre. Diese Themen müssen proaktiv kommuniziert werden, um Bewusstsein zu schaffen. 

EPR: Das Problem mit dem Nachwuchs und den einheimischen Familien wurde von der Wintersportbranche längstens erkannt und es gibt dazu bereits viele gute Initiativen. Es fehlt aber eine einheitliche Strategie samt entsprechender Kommunikation im ganzen Alpenraum. Da wäre vieles machbar und möglich. Vielleicht bringt das 1. Snow Kids Summit hier neue Erkenntnisse und die erhoffte Wende. 

Vitalpin